Etiam si omnes - ego non!
Johannes Fest
Die Einstellung während der Nachkriegsjahre ist später als “kommunikatives Beschweigen” bezeichnet worden, das nicht einfach eine Form der Verdrängung war. Vielmehr mischten sich darin Ernüchterung, Scham und Trotz zu einem schwer durchdringlichen Komplex der Schuldabwehr. Dazu die Neigung zu nachträglich konstruierten Heldenrollen. Manche erfanden Widerstandshandlungen, die sie nie erbracht hatten, andere begaben sich im Zerknirschungsspiel auf die Suche nach einem gut sichtbaren Platz auf der Selbstanklagebank. In allem Gejammere schienen sie aber bereit, jeden, der es ihnen nicht gleichtat und ständig die sündige Brust abklopfte, zu verleumden. Wenn Günter Grass oder einer der ungezählten Selbstbezichtiger auf ihr Schamgefühl deuteten, wollten sie keineswegs auf irgendeine eigene Schuld verweisen, sondern auf die vielen Gründe, die alle anderen hatten, sich zu schämen. Zu ihrer und unser aller Schande, so meinten sie, fände sich die Masse dazu aber nicht bereit. Sie selbst fühlten sich bereits durch das Bekenntnis ihrer Scham von jeglichem Vorwurf frei.
Joachim Fest - Ich nicht

drkorsakov:

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.

(Reblogged from drkorsakov)
Jedes einzelne Menschenleben ist schützenswert. Aber längst nicht jedes Brauchtum. Wer jedoch das Verschwinden einer Kultur beklagt, aber nichts von Unterdrückungsverhältnissen innerhalb dieser Kultur wissen will, wer sich also gegen den gesellschaftlichen Fortschritt stemmt, könnte sich ebenso gut darüber beklagen, dass durch den Einsatz von Penicillin die Selbstregulierung der Natur mittels Masern und Scharlach zerstört worden sei.

“Dein Tragödie ist, dass du nie zum Mittelmaß gehört hast und doch gezwungen warst, ein mittelmäßiges Leben zu führen”

“Genau, Raymond”, sagte sie. “Genau. Ich hab ein Durchschnittsleben geführt. Und alles seinetwegen. Ich hab ihn kennen gelernt, ich hab ihn geheiratet. Ihn und seine Amüsierwut. ‘Komm, wir fahren nach Blackpool, Vera. Wir fahren nach Blackpool und amüsieren uns ein bisschen.’ Er hat sich schrecklich gern amüsiert. Aber ich habe diese blöde Amüsiererei gehasst! Zuckerwatte und Arthur Askey, Hula-Hoop und die schäbigen Butlin’s- Feriencamps und Luftballons und der dämliche Charlie Chaplin und die blöde Singerei im Bus und das Scheißeis und die Scheißcola. Ich wollte mich nicht amüsieren. Ich wollte mich freuen! Aber das hat er nie kapiert.”

Willy Russell - Der Fliegenfänger

In Memoriam

(Source: gifmovie)

(Reblogged from gifmovie)

(Source: mbambule)

(Reblogged from abgrundtiefe)
Books are the perfect entertainment: no commercials, no batteries, hours of enjoyment for each dollar spent. What I wonder is why everybody doesn’t carry a book around for those inevitable dead spots in life.
Stephen King  (via joydivisions)

(Source: spumonis)

(Reblogged from abgrundtiefe)
I once asked two Swedish activists why they came to Israel of all places? Why not Syria? Egypt? Russia or China? One of them replied, “Are you insane? These are all extremely dangerous places!
(via drkorsakov)

(Source: wadinet.de)

(Reblogged from drkorsakov)